Deutsche Meisterschaft 2026: Knapper Krimi gegen den TSV Calw – SV Moslesfehn scheitert erst im Entscheidungssatz

Am vergangenen Wochenende stand die 1. Männermannschaft des SV Moslesfehn bei der Deutschen Meisterschaft in Bardowick auf der größten Bühne des deutschen Faustballsports. Im Qualifikationsspiel gegen den TSV Calw lieferte das Team einen Fünf-Satz-Krimi, der bis zum letzten Ballwechsel offen blieb. Am Ende musste sich der SVM jedoch denkbar knapp mit 13:15 im Entscheidungssatz geschlagen geben. Ich habe erneut mit Hauptangreifer Florian Würdemann gesprochen, der mir von einem der emotionalsten Spiele seiner Karriere berichtet hat.

Außenseiter mit Ansage

Vor dem Spiel war die Ausgangslage klar: Der TSV Calw ging als haushoher Favorit in die Partie, gespickt mit national sowie international erfahrenen Spielern. Wie deutlich der Erfahrungsunterschied auf dem Papier war, zeigte sich auch in der Einschätzung der Experten. „Selbst die Kommentatoren der Übertragung sind davon ausgegangen, dass wir das Spiel 0:3 verlieren, und meinten, es wäre schon cool, wenn wir überhaupt einen Satz gegen Calw gewinnen würden“, erzählt Florian Würdemann rückblickend mit einem Schmunzeln.

Auch der Gegner selbst schien die Moslesfehner zunächst nicht auf der Rechnung zu haben. „Wir glauben, dass Calw uns ein Stück weit unterschätzt hat. Die waren sichtlich überrascht, wie gut wir mithalten konnten“, so Würdemann.

Das Spiel: ein echter Krimi

Der erste Satz ging zunächst klar an den TSV Calw (7:11), ein Ergebnis, das die Außenseiterrolle des SVM zu bestätigen schien. Doch die Mannschaft steigerte sich zusehends. Mit zwei starken Sätzen (11:8, 11:9) drehte der SV Moslesfehn die Partie und ging völlig überraschend mit 2:1 nach Sätzen in Führung. Nur noch ein Satzgewinn trennte das Team vom sensationellen Einzug ins Halbfinale.

Der TSV Calw zeigte sich davon jedoch nicht geschockt und glich im vierten Satz (9:11) zum 2:2 aus, sodass die Entscheidung im fünften Satz fallen musste. Dort schrieb der SVM sein eigenes kleines Faustball-Märchen: Gleich fünf Matchbälle erspielte sich die Mannschaft, konnte jedoch keinen davon verwerten. Der TSV Calw wehrte alle fünf ab und sicherte sich am Ende hauchdünn mit 15:13 den Sieg und den Einzug ins Halbfinale.

„Spannender hätte es nicht kommen können“, resümiert Würdemann. Die knappe Niederlage schmerzt entsprechend, ändert aber nichts am Stolz auf die gezeigte Leistung.

Support von den Rängen: „Ein echtes Gänsehaut-Feeling“

Neben der sportlichen Leistung war es vor allem die Unterstützung der mitgereisten Fans, die das Spiel zu einem besonderen Erlebnis machte. „Wir hatten eine Wahnsinns-Unterstützung und eine Wahnsinns-Kulisse durch unsere Fans“, schwärmt Würdemann. Mit Trommeln, lauten Anfeuerungsrufen und Bengalos verwandelten die Anhänger des SV Moslesfehn den Platz in Bardowick phasenweise in ein echtes Heimspiel und sorgten bei der Mannschaft für pure Gänsehaut.

Anerkennung von allen Seiten

Nach Abpfiff bekam die Mannschaft von allen Seiten Anerkennung für die gezeigte Leistung, von den eigenen Fans, den Zuschauern auf dem Platz und sogar von anderen teilnehmenden Mannschaften. Die einhellige Rückmeldung: Das Spiel des SV Moslesfehn gegen den TSV Calw war eines der spannendsten und lautstärksten der gesamten Deutschen Meisterschaft.

Der Blick nach vorn

Trotz des verpassten Halbfinaleinzugs überwiegt bei der Mannschaft der Blick nach vorn. „Wir haben selbst das Gefühl, dass wir leistungstechnisch noch nie so gut waren wie in dieser Saison“, so Würdemann. Genau dieses Niveau will die Mannschaft nun in den kommenden Saisons bestätigen und ausbauen, um erneut die Chance auf eine Deutsche Meisterschaft zu bekommen.

Wer die Partie noch einmal miterleben möchte, kann sich das komplette Spiel bei Sport Europe TV unter dem Titel „DM 2026 Feld Frauen & Männer – Qualifikation und Halbfinalspiele“ ansehen.

Der SV Moslesfehn bedankt sich bei allen Fans, die die Mannschaft nach Bardowick begleitet und über die gesamte Saison unterstützt haben, und blickt mit viel Vorfreude auf das, was in den kommenden Spielzeiten noch möglich ist.

Bericht von Marleen Schmertmann